Die Idealstadt, unbekannter Künstler, zwischen 1480 und 1490 

Weitere europäische Planstädte aus dem Mittelalter und der Neuzeit

Villafranca di Verona wurde am 9. März 1185 von der Stadt Verona an der Via Postumia an der Stelle eines römischen «castrums» als Festungsstadt gründet. Die Bewohner waren zur Verteidigung gegen Angriffe aus Mantua verpflichtet. Als Gegenleistung wurde ih­nen Steuerfreiheit gewährt, daher der Namenszusatz «franca». Das Kreuz der beiden Hauptstrassen teilt die Stadt in vier Quar­tiere. Eine Stadt­mauer, Türme und Gräben sicherten die Festung. 

Villafranca di Verona wurde am 9. März 1185 von der Stadt Verona an der Via Postumia an der Stelle eines römischen «castrums» als Festungsstadt gründet

Castelfranco Veneto wurde 1195 vom Stadtstaat Treviso am Kreuzungspunkt zweier Römerstrassen, vermutlich ebenfalls am Ort eines «castrums», gegründet. Auch hier verteidigten die Bürger die Festungsstadt und erhielten dafür Steuerfreiheit.

Ein Strassenkreuz mit grossem zentralen Platz, mit Kirche, Rathaus und Theater formen die Stadt­geometrie. Eine 17 Meter hohe Backsteinmauer mit vorgelagertem Gra­ben, in den der Fluss Sile umgeleitet wurde, umrundet das Stadtquadrat. An den Ecken und über den vier Toren stehen mar­kante Türme.

Castelfranco Veneto wurde 1195 vom Stadtstaat Treviso am Kreuzungspunkt zweier Römerstrassen gegründet

Monpazier im Périgord wurde 1284 von Jean de Grailly, Feldherr des englischen Königs, als Bastion gegründet. Die «Royal Charter» gewährte den Einwohnern Steuerfreiheit und befreite sie von herrschaftlichen Rechten. Während dem Hundertjährigen Krieg, zur Zeit der Hugenottenkriege und beim Bauernaufstand im Périgord spielte die Stadt eine wichtige Rolle. Monpazier ist ein Rechteck mit rechtwinklig verlaufenden Strassen und einem zentralen Platz. Das Stadtbild hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur wenig verändert.

Monpazier im Périgord wurde 1284 von Jean de Grailly, Feldherr des englischen Königs, als Bastion gegründet

Palmanova wurde als Festungsstadt der Republik Venedig zum Schutz vor den Türken gegründet. Als Gründungsdatum gilt der 7. Oktober 1593, der Tag der Heiligen Justina von Padua, der Schutzheiligen der Stadt. 

Der sechseckige, überdimensionierte Hauptplatz in der Mitte wurde als Exerzierplatz genutzt; durch die radial angelegten Strassen konnten die Truppen im Notfall rasch zu den Vertei­di­gungs­anlagen verschoben wer­den.

Palmanova wurde 1593 als Festungsstadt der Republik Venedig zum Schutz vor den Türken gegründet

Freudenstadt wurde 1599 von Herzog Friedrich I. von Württemberg gegründet, einem Vertreter des Frühabsolutismus. Mit einer neuen befestigten Residenz wollte er als Zeichen seiner aktiven Macht- und Wirtschaftspolitik den Westen seines Herzogtums sichern. Er beauftragte seinen Baumeister Heinrich Schickhardt mit dem Bau der Stadt. In der Mitte der Stadt war ein Schloss geplant, das aber nie gebaut wurde; die freie Fläche ist heute der grösste Marktplatz Deutschlands. Schickhardts quadratischer Grundriss erinnert an ein Mühlebrett und geht wahrscheinlich auf Zeichnungen Albrecht Dürers in seiner Festungslehre zurück.

Freudenstadt wurde 1599 von Herzog Friedrich I. von Württemberg gegründet, einem Vertreter des Frühabsolutismus

Neuf-Brisach. Nachdem er das Elsass an Österreich zurückgeben musste, beauftragte der «Sonnenkönig» Ludwig XIV. seinen Festungsarchitekten Prestre de Vauban, eine Gegenfestung zu Breisach zu bauen. So entstand zwischen 1699 und 1703 die für die Militärarchitektur des Barock typische Planstadt in Form eines Acht­ecks mit zentralem Exerzierplatz. Da Neuf-Brisach wie Neunkirch in einer Ebene liegt, konnte Vauban seine Idealvorstellung eines Festungsbaus ungehindert verwirklichen. Das Baumaterial wurde auf dem nach Vauban benannten Schifffahrtskanal aus den Vogesen herangeschafft. 

Ludwig XIV. beauftragte seinen Festungsarchitekten Prestre de Vauban, eine Gegenfestung zu Breisach zu bauen