Das Bistum Konstanz war vor der Reformation das grösste Bistum nördlich der Alpen

Das Bischtum von Konstanz vor der Reformation, Karte von 1871

Armand Baeriswyl: Die «gegründeten» Städte — Stadtgründungen und -erweiterungen in den Kantonen Bern, Freiburg und Solothurn, Ausschnitt

Graf Eberhard II. von Waldburg Bischof von Konstanz

Graf Eberhard II. von Waldburg wurde im August 1248 zum Bischof von Konstanz, dem gröss­ten Bistum nördlich der Alpen, ge­wählt. Er war ein macht­bewuss­ter Potentat und musste sei­nen Herr­schaftsan­spruch verteidigen. Mit der Stadt Konstanz lag er über lange Zeit in «bitteren Zer­würf­nis­sen». Die Stadt erlangte im 13. Jahrhundert weitgehende Unabhängigkeit vom weltlichen Herr­schafts­gebiet des Bistums; 1237 wur­de sie zur freien Reichs­stadt er­hoben. Um 1250 kaufte der Bischof von der Stadt das Gebiet um Gott­lieben, baute dort eine Burg und einen Rhein­übergang. So konnte er die Stadt meiden, die ihn 1251 zeitweilig sogar gefangen nahm. 

Auch interne Querelen erschüt­terten das Bistum und nagten an der Macht des Bischofs. Mit Abt Berthold von Falkenstein vom Kloster St. Gallen führte er einen langjährigen Streit, der 1252 in einen Krieg und einen gegenseiti­gen Kirchenbann ausartete. Zwei Jahre später versöhnten sich die beiden dank der Vermittlung des Papstes. Auch der Streit mit der Stadt Konstanz konnte in der Folge endlich geschlichtet wer­den. Kurz vor seinem Tod traf er am 25. Januar 1274 den frisch gewähl­ten König Rudolf von Habs­burg in Zürich.

Insgesamt soll er 7236 Mark Silber aus dem eigenen Vermö-gen für den Kauf oder das Grün­den von Städten und Burgen einge­setzt haben. Am Ende seiner Amtszeit gehörten ihm auch Burg und Stadt Klingnau an der Aare, Tiengen, Tannegg, Bischofzell, Arbon, Markdorf und Meers­burg.

Er ist nicht der Einzige, der Städte gründet.

Die Gründungen des Grafen Eberhard II. von Waldburg

Die Stadtgründungen des  Grafen Eberhard II von Waldburg, Bischof von Konstanz um 1260